Hier ist die Gelegenheit, lustige Beiträge "einzuspeisen"!Es sollte möglichst ein Bezug zum Stadtteil vorhanden sein! "Anlieferung" via Mail wär´nicht schlecht!

Perlach-Schmunzel Nr. 1:

In der Stadtteilinfo des Bürgervereins Südperlach e.V., Ausgabe Mai 1992, war auf Seite 4 folgender Artikel zu lesen:

RPFZ WWGDI

von Ulrich Knauer

Neulich besucht mich doch überraschend mein alter Schulfreund Alois - dienstlich, wie er sagt. Wir freuen uns beide, als ich ihn von der U-Bahn abhole, denn seit er vor 4 Jahren im Rathaus im "Amt für Glaubensfragen" angefangen hat haben wir uns nicht mehr getroffen. Vor dem U-Bahnhof lungert eine Schar Jugendlicher unter einem Schild "Surf-Schule". "Toll, eine Surf-Schule hier", lobt Alois laut. "Mei, toll?" entgegnet einer der Halbwüchsigen, "wir ham halt sonst nichts, keinen Sportplatz, kein Freizeithaus - rein gar nichts!" "Und wo sind eure Surfbretter?" frage ich. Schallendes Gelächter! "Mei Opa, sollen wir vielleicht auch noch ein Brett auf die S-Bahn mitnehmen zum S-Bahn-Surfen?".

Schnell gehen wir beide weiter, Alois wird ganz blaß. "Ich glaub, jetzt brauch ich erst mal was Eßbares", wünscht er sich. Ich führe ihn zu unserem Restaurant ´Vinzente Murri´. Alois rümpft ein wenig die Nase. "Na ja" entschuldige ich mich, "so wie im Ratskeller ist es hier natürlich nicht, aber bei uns herausen gibt es auch wenig Räte, die meisten Leute hier arbeiten tagsüber und abends müssen sie halt zu Hause bleiben.

Beim Essen frage ich ihn, ob er wegen der beiden Kirchenbauten da sei. "Wie kommst Du denn darauf?" wundert er sich. "Amt für Glaubensfragen und so", murmle ich. "Nein, nein" lacht Alois. "Ich habe doch meine Stelle wechseln müssen". "Warum denn das"? staune ich. "Das ist so" erklärt Alois", "das Amt für Glaubensfragen berät die städtischen Referate, wenn ihnen die Bürger nichts mehr glauben. Und in letzter Zeit haben wir sehr viel mit dem Schul- und dem Baureferat zu tun gehabt. Und stell dir vor, die hohen Herren haben immer Krämpfe, Ohrensausen und Schüttelfrost bekommen, wenn sie das schöne Gemälde vom Dietzfelbinger gesehen haben. Sie haben sogar verlangt, daß ich das Bild abhänge, aber von meinem Dietzfelbinger trenne ich mich nicht, lieber habe ich mich versetzen lassen".

Nach dem Essen kommt Alois endlich zur Sache. "Ich würde gern den Platz sehen, auf dem die Jugendfreizeitstätte geplant ist." Sofort machen wir uns auf den Weg. "Also, im Jugendamt bist du gelandet", tippe ich jetzt sicher. "Nein, wieder falsch" amüsiert sich Alois, "ich bin jetzt in der Arbeitsgruppe RPFZ WWGDI".

Da ich ihn erstaunt ansehe fährt er fort: "Die Abkürzung bedeutet rechtzeitige Planung für Zeiten wenn wieder Geld da ist. "Und wann ist das?" möchte ich wissen. "Das wissen wir auch nicht so genau, wir planen halt mal so allgemein für die Zukunft", stottert Alois. "Soso" werde ich scharf, "seid ihr sicher, daß es dann überhaupt noch Jugendliche gibt hier"? "Wieso denn Jugendliche" staunt jetzt Alois. "Wir planen an dieser Stelle ´Senior 2022´, die erste Münchner Altenbegegnungsstätte im Pavillonstil!"

Mir bleibt die Luft weg. In meinen Ohren klingelt es schrill. Da wache ich auf. Gottseidank! Alles war nur ein böser Traum! -Oder???

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